Tagungsbände

Deutsche Expertengruppe Dementenbetreuung e. V.http://www.demenz-ded.deIm Abstand von ein bis 2 Jahren bietet die DED dem interessierten Fachpublikum für einen Tag ein öffentliches Diskussionsforum. Die Fachtagungen greifen aktuelle Fragen der Demenzforschung und Dementenbetreuung auf und spiegeln den Stand der Dinge. Beiträge und Ergebnisse werden in den Tagungsbänden veröffentlicht.de_DEDeutsche Expertengruppe Dementenbetreuung e. V.Fri, 24 May 2019 08:16:56 +0200Fri, 24 May 2019 08:16:56 +0200TYPO3 EXT:newsnews-1059Fri, 19 Apr 2013 13:14:00 +02007. Fachtagung https://www.demenz-ded.de/fachtagungen/detail/2013/04/19/7_fachtagung/Untereinander-Miteinander-Füreinander: Voneinander lernen Ι IQM-Demenz - konsequente Milieutherapie Ι Qualitätskontrollen im HeimSymposium 1: Untereinander - Miteinander - Füreinander: Voneinander lernen

Trotz aller Bemühungen um die Verbesserung der über 14 000 stationären Pflegeeinrichtungen in Deutschland (750 000 Plätze) bleibt stets die Symbolik der Heimübersiedlung: Beginn der letzten Lebensphase / Funktionsverluste / Todesnähe, Abhängigkeit, Anpassungszwänge u.v.m. - Sinnvoll ist ein möglichst offener Umgang damit. Dadurch wächst die Chance, Vorteile zu erkennen: Sicherheit / Zugang zu Therapie / Training, mehr Leben, Begegnungsvielfalt / Anregungen u.v.m.

  • Quellen der Angst vor dem Heim (Dr. Jens Bruder)
  • Auf der Suche nach dem guten Heim für einen demenzkranken Angehörigen (Karl-Heinz Pastoors)
  • Wege zur einer guten Pflegepartnerschaft – Bausteine für eine gute Zusammenarbeit im Pflegeheim (Claus Appasamy)

Symposium 2: IQM Demenz - konsequente Milieutherapie: Alles dreht sich um den Demenzkranken

Wie lassen sich Erfolgsrezepte guter Einrichtungen übertragen und systematisch einführen? Diese Frage stand am Anfang des Bundesmodellprojektes IQM Demenz. Jedes Kriterium für das Qualitäts-, Personal- und Organisationsmanagement stand unter der Frage: Was hilft es dem Menschen mit Demenz? Heute liegen die Erfahrungen vor und es wird deutlich, dass dieses System sogar ein Beispiel ist,wie an aktuelle neurobiologische Erkenntnisse angeknüpft werden kann.

  • Komplexe Probleme brauchen einfache Lösungen - wie "Voneinander lernen" zum System wird: IQM Demenz (Martin Hamborg)
  • Ernährung und Demenz (Nicole von Oesen)
  • Mitarbeiter und Angehörige entwickeln gemeinsam einen Biografiebogen (Eva Bodemann)

Symposium 3: Qualitätskontrollen im Heim: Prüfung auf dem Prüfstand

Voneinander Lernen heißt auch: Was ist wichtig, was hat sich bewährt und was schafft Arbeit, aber kein Wohlbefinden? Was helfen die jährlichen Qualitätskontrollen der Heimaufsichten, MDK, Feuerwehr, Hygiene, Lebensmittelhygiene usw. dem Menschen mit Demenz?

  • Prüfungen im Praxistest - mehr als ein Stresstest für die Heime? (Michael Oehler)
  • MDK Prüfung - Was hat der Demenzkranke davon? (Bernhard Fleer)
  • "Was zu viel ist, ist zu viel“ - Diskussion mit der Ombudsfrau zur Entbürokratisierung in der Pflege (Elisabeth Beikirch)
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Fachtagungen
news-1058Tue, 01 Sep 2009 00:00:00 +02006. Fachtagunghttps://www.demenz-ded.de/fachtagungen/detail/2009/09/1/6_fachtagung/Betreuung Demenzkranker - Herausforderung an unsere KooperationsfähigkeitBESONDERS ZWEI UMSTÄNDE machen das Thema Kooperation in der Betreuung Demenzkranker wichtig: Erstens geht den Kranken zunehmend die Fähigkeit verloren, mitzuteilen, wie es ihnen geht, was sie erlebt haben und wie mit ihnen umgegangen wurde. Die Betreuer müssen an ihrer Stelle die wesentlichen Informationen weitergeben, ohne dass die Kranken deren Richtigkeit kontrollieren können. Dabei sind vor allem auch Aussagen über ihre Stimmung und ihren geistigen Zustand erforderlich. Das ist deutlich schwieriger als etwa Informationen über Wundheilung oder Gelenkbeweglichkeit auszutauschen wie bei nur körperlich Pflegebedürftigen.

Der zweite Grund sind der große Zeitbedarf der Betreuung und die zunehmende Zahl der Demenzkranken. Das macht die Zusammenarbeit vieler Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen (und mit den Angehörigen und Ehrenamtlern) notwendig. Das Demenzproblem erzwingt eine neue Dimension des Miteinanders aller Helfenden. Deshalb hat die DED dieses Thema in den Mittelpunkt ihrer 6. Fachtagung gestellt.

Neben grundsätzlichen Überlegungen – etwa zur Bedeutung von und zum Umgang mit unterschiedlichen Qualifikationen, beruflichen Prägungen, Kooperationserfahrungen und –erwartungen – ging es dabei um spezielle Hilfsangebote, in denen Angehörige verschiedener Berufsgruppen zusammenarbeiten (z.B. Alzheimer-Sprechstunden, Case Management-Agenturen, Beratungsstellen). Ausführlicher behandelt wurden zwei Projekte aus dem bundesweiten Leuchtturmprogramm des Bundesministeriums für Gesundheit, mit dem herausragende Ansätze und Modelle der Dementenversorgung angeregt bzw. gefördert werden (TransAltern und KOVERDEM) und in denen gute Kooperation grundlegend ist.

KOOPERATION IN DER BETREUUNG Demenzkranker ist eine besonders anspruchsvolle Form der Kooperation. Wer sich auf die seelischen und geistigen Bedürfnisse und Nöte von Menschen einlässt und darüber austauscht, zeigt mehr von sich als beim Versorgen von Operationswunden. Das macht die Betreuung und Begleitung von Demenzkranken bereichernd.

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Fachtagungen
news-1057Tue, 25 Sep 2007 00:00:00 +02005. Fachtagunghttps://www.demenz-ded.de/fachtagungen/detail/2007/09/25/5_fachtagung/Der Mensch lebt nicht vom Brot allein - ethische Aspekte der Ernährung von Menschen mit DemenzVorträge
  • Grußwort: Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

  • Eröffnungsvortrag: „Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ – anthropologische Überlegungen zu Essen und Nahrungsaufnahme (Irmgard Hoffmann, M.A. (phil.), München)

  • Warum isst ein demenzkranker Mensch nicht? Schluckstörungen bei Demenzkranken: Ursachen und Interventionsmöglichkeiten (Priv. Doz. Dr. Alexander Rösler, Facharzt für Neurologie Hendrik Lessmann, Krankenpfleger, Logopäge, Hamburg)

  • Pflegerische und sozialpsychologische Aspekte (Bettina Rath, Wetzlar)

  • Theologisch-anthropologische Aspekte des Umgangs mit Menschen mit Demenz (Priv. Doz. Dr. theol. Traugott Roser, München)

  • Rechtliche Aspekte bei der Ernährung von Menschen mit Demenz (Volker Lindemann, Schleswig)

  • Wenn die Lust am Essen fehlt: Möglichkeiten gewaltfreier Ernährung (Cilly Borgers, Eckernförde)

  • Öffentlicher Vortrag Marktkirche Hannover „Die Kunst des Alterns" (Dr. Wolfgang Kleespies, Berlin)

  • Über die Ursprünge unserer Wertvorstellungen von Pflege (Eva Trede-Kretzschmar, Stuttgart)

  • Welche demenzspezifischen Nahrungsangebote gibt es? (Michael Oehler, Glauchau)

  • PEG - Beitrag zur Lebensqualität oder zur Hospitalisierung? - Impulsreferate Pro und Contra (Margret Schleede-Gebert, Hamburg und Christel Schulz, Bochum)

  • Der Prozess der Entscheidungsfindung - Fallbesprechungen / Ethische Konferenz (Sandra Eisenberg, Hamburg)

  • Aus dem Alltag der Ernährung Demenzkranker:
    • Essen und Trinken zu Hause (Renate Grupe, Dortmund)
    • Essen und Trinken im Heim (Anke Kröhnert und Inge Eigenberz, Rieseby)
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Fachtagungen
news-1056Tue, 07 Nov 2006 00:00:00 +01004. Fachtagunghttps://www.demenz-ded.de/fachtagungen/detail/2006/11/7/4_fachtagung/„Verrückte“ Qualität – Zukunftsweisende Strategien zur QualitätssicherungVorträge
  • Einfühlung, Toleranz und Mut – auf dem Weg zur Betreuungskompetenz (Karl-Heinz Pastoors, Kirchberg / Jagst)

  • Verständigung – zur Bedeutung der Beziehungsgestaltung (Barbara Klee-Reiter, Köln)

  • Demenz und Gemütlichkeit - wie wichtig ist Umgebung? (Hans-Werner Bärsch, Brandis)

  • Konstanz und Vertrautheit – die Bedeutung der Arbeitsorganisation (Eva Trede-Kretzschmar, Stuttgart)

  • Einführung in das IQM – Integriertes Qualitätsmanagementsystem (Alfred T. Hoffmann, Bad Arolsen)

  • Das Projekt „Entwicklung eines Qualitätssicherungs- und prüfsystems für die spezialisierte Dementenbetreuung“ (QSP-Projekt) (Mechthild Lärm, Rieseby und Marina Glauche, Koordinatorin des Projektes, Bad Arolsen)

  • Das Projekt aus Sicht der Heimleitung (Fritz Schillhuber, Schindegg)

  • Das Projekt aus Sicht einer Qualitätskoordinatorin (Stefanie Kleindienst, Holle)

  • Ergebnisse des QSP-Projekts und Ausblick (Marina Glauche, Bad Arolsen)

„Verrückte“ Qualität – Zukunftsweisende Strategien zur Qualitätssicherung in der spezialisierten Dementenbetreuung

Vor dem Hintergrund der besonderen Lebenssituation demenzkranker Menschen müssen wir die Diskussion um die Versorgungsqualität „verrücken“! Mit Normen und Standards ist die subjektive Welt Demenzkranker nicht zu erfassen und kaum zu verbessern. Es muss das Bewusstsein dafür wachsen, was Demenzkranke brauchen. Einfühlungsvermögen, Wertschätzung, Akzeptanz, Verständnis für den Krankheitsprozess, deeskalierender Umgang und Toleranz müssen in einem fortwährenden Lernprozess weiterentwickelt werden.

Ein für die Spezialisierte Dementenbetreuung nützliches und förderliches Qualitätsmanagement muss diese Werte und Entwicklungsprozesse in den Mittelpunkt stellen. Die Deutsche Expertengruppe Dementenbetreuung analysierte die am meisten verwendeten QM-Systeme auf ihre Eignung für die Spezialisierte Dementenbetreuung und entschloss sich, ein dafür besser geeignetes Instrument zu entwickeln. Diese Entwicklung wurde durch die Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ermöglicht und zusammen mit sechs Einrichtungen der Spezialisierten Dementenbetreuung von 2003 bis 2006 verwirklicht.

Zum Jahresende 2006 kommt das Projekt zum Abschluss und bei dieser Tagung wurden die Ergebnisse und die Erfahrungen der Einrichtungen vorgestellt. Darüber hinaus wurde die aktuelle Diskussion zum Stand der Dementenbetreuung dargestellt. Es wurden Aspekte der Gestaltung des Umfeldes Demenzkranker in Pflegeinrichtungen von verschiedenen Seiten beleuchtet.

International erweitert wurde die Tagung durch eine Vertreterin des Neuseeländischen Gesundheitsministeriums, die einen Einblick in die Bemühungen um eine Verbesserung der dortigen Dementenbetreuung gab.

Eine lebendige Podiumsdiskussion über zukunftsweisende Strategien zur Qualitätssicherung in der Spezialisierten Dementenbetreuung bildete den Abschluss.

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Fachtagungen
news-1055Thu, 06 Oct 2005 00:00:00 +02003. Fachtagunghttps://www.demenz-ded.de/fachtagungen/detail/2005/10/6/3_fachtagung/Der Umgang mit Risiken in der Betreuung DemenzkrankerVorträge
  • Die Risiken (Dr. Jan Wojnar, Hamburg)

  • Haftungsprobleme (Detlev Timmermann, Hamburg)

  • Mehr Freiheit bedeutet mehr Risiko (Dr. Jens Bruder, Hamburg)

  • Ist Pflegeplanung gleichbedeutend mit Risikomanagement? (Rainer Kurtscheid, Klinkrade)

  • Familiäre Betreuung: ohne Risiko? (Christel Schulz, Bochum)

Der Umgang mit Risiken in der Betreuung Demenzkranker

Es ist gut, dass die Demenz den Kranken in fast jedem Stadium noch Fähigkeiten und Erlebnismöglichkeiten lässt. Das herauszufinden kann die Betreuung in vielfältiger Weise bereichern.

Immer wieder gibt es dabei jedoch die Schwierigkeit, zwischen Freiräumen für die Kranken und Fürsorgepflicht der Betreuer abzuwägen. Die Demenz nimmt das Vermögen, vorsichtig und überlegt zu handeln. Außerdem führt sie allmählich zum Verlust der Fähigkeit, den eigenen Zustand zu beschreiben, also auch Schmerzen und krankhafte Veränderungen. Mindestens ebenso bedeutsam ist, dass die Kranken nicht mehr schildern können, wie mit ihnen umgegangen wurde; gerade diese Tatsache kann zu Unsorgsamkeit verführen, mehr als bei anderen Kranken mit erhaltener Erinnerung und erhaltener Mitteilungsfähigkeit.

Diesen und anderen Risiko-Aspekten in der Pflege Demenzkranker soll auf der 3. Fachtagung der DED nachgegangen werden. Neben der Verdeutlichung der Probleme möchten wir vermitteln, dass unser jeweiliges Handeln und die damit verbundenen Risiken begründbar sein müssen. Wenn die Demenzkranken uns in allem, was zu ihnen gehört, gut vertraut sind, wächst unsere Sicherheit im Umgang mit ihnen. Das kann Zuversicht vergrößern, auch im Hinblick auf Risiken, die in bestimmten Bereichen unvermeidbar sind.

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Fachtagungen
news-1033Thu, 16 Oct 2003 00:00:00 +02002. Fachtagunghttps://www.demenz-ded.de/fachtagungen/detail/2003/10/16/2_fachtagung/Qualität im Leben Demenzkranker?Vorträge
  • Qualität im Leben Demenzkranker – was ist das? (Prof. Dr. Andreas Kruse, Heidelberg)

  • Qualität und Kosten – was lässt sich mit geringen Mitteln erreichen? (Ursula Fiebig-Kuberski, Gera)

  • Der Fisch schwimmt mit dem Kopf voran – Führungskultur in der Betreuung Demenzkranker (Eva Trede-Kretzschmar, Stuttgart)

  • Qualität für Menschen mit schwerer Demenz und Immobilität (Michael Schmieder, Wetzikon)

  • Integriertes Qualitätsmanagement (IQM) für die spezialisierte Dementenbetreuung (Alfred T. Hoffmann, Bad Arolsen)

  • Qualität und Vernetzung (Hartmut Emme von der Ahe, Minden und Martin Hamborg, Kiel)

  • Qualität im Leben Demenzkranker – politische Perspektiven (Dr. Petra Weritz-Hanf, Berlin)

Qualität im Leben Demenzkranker?

Allmählich – leider nur: allmählich – wächst in unserer Gesellschaft das Verantwortungsbewusstsein für die Demenzkranken, deren Zahl aufgrund der lebensverlängernden Medizinfortschritte unaufhaltsam zunimmt. Immer intensiver entwickelt sich in der Betreuungsarbeit der Wunsch, mit mehr Kraft, Zeit, Kenntnissen und Phantasie auf die Bedürfnisse der Kranken eingehen zu können. Dabei ist einzuräumen, dass diese Bedürfnisse oft nicht einmal genauer bekannt sind: aus mangelnder Ausdrucksfähigkeit, begrenztem Verständnis oder einfach aus Erschöpfung. Manchmal bleibt die innere Welt der Kranken auch zu fern.

Bereits vor fast 10 Jahren fanden sich in der Deutschen Expertengruppe Dementenbetreuung Menschen zusammen, die durch die Suche nach Verbesserungen verbunden sind und die den Mut haben, Neues auszuprobieren. Seitdem ist viel neues Wissen entstanden und wird während der beiden jährlichen Arbeitstagungen ausgetauscht.

Dabei zeigt sich jedoch zunehmend, dass wir häufig von einzelnen Verbesserungen reden und dabei meinen, dasselbe im Kopf zu haben. Der eingehendere Fachdialog zeigt aber oft, dass dies nicht der Fall ist. Wir benötigen dringend mehr Übereinstimmung von Kriterien und Anforderungen für die verschiedenen Bereiche, in denen um Fortschritte in der Dementenversorgung gerungen wird. Dieser Aufgabe widmete sich die 2. Fachtagung der DED.

Jenseits von Strategie und Alltagsnöten haben zwei Umstände zentrale Bedeutung und sind damit ständige Herausforderung: Demenzkranke können nicht mehr (zuverlässig) darüber berichten, wie mit ihnen umgegangen wurde. Die natürlichste Qualitäts-Kontrollinstanz, ihr Gedächtnis, ist gestört. Zweitens: Die Demenz erfasst und zerstört den Menschen am Ende in all seinen geistig-seelischen Dimensionen. Deshalb haben die Kranken ein Recht auf unsere immer wieder neue Suche nach Erhaltengebliebenem und Verlorengegangenem, auf Unterstützung und Sicherheit, auf Anregung und Gemeinsamkeit. Dem nachzukommen wird uns in der Betreuungsarbeit selbstbewusster, gelassener und damit allmählich immer besser machen.

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Fachtagungen
news-1032Thu, 18 Apr 2002 00:00:00 +02001. Fachtagunghttps://www.demenz-ded.de/fachtagungen/detail/2002/04/18/1_fachtagung/Demenz – Leben in GrenzenVorträge
  • Freiräume für Demenzkranke: Eine ethisch-moralische Herausforderung (Dr. Jens Bruder, Hamburg)

  • Das Erleben von Grenzen: Ein Annäherungsversuch an die Innenwelt der Demenzkranken (Nicole Richard, Kassel)

  • Wieviel Freiheitsbeschränkung kann durch Vorbeugung entfallen? (Mechthild Lärm, Rieseby)

  • Gewaltträchtige Situationen (Martin Hamborg, Kiel)

  • Schlußbetrachtung

Demenz - Leben in Grenzen?

Zu den schwerwiegenden Folgen der Demenz gehört, dass die Einsichts- und Einwilligungsfähigkeit verloren gehen. Dadurch kann es zu Gefährdungen der Kranken oder anderer kommen, und Schutzmaßnahmen werden notwendig. Zu diesen Schutzmaßnahmen zählen Fixierung und andere Formen der Freiheitsbeschränkung.

Dabei ist zwischen zwei hochrangigen Rechtsgütern abzuwägen: Der Bewegungsfreiheit und der körperlichen Unversehrtheit. Mit beiden müssen die Betreuenden verantwortlich umgehen. Zu diesem verantwortlichen Umgang gehören die Einfühlung in das Krankheitserleben, Wissen, Phantasie und nicht zuletzt der Mut, neue Vorgehensweisen auszuprobieren. Einschränkungen der Bewegungsfreiheit sollten stets das allerletzte Glied in der Kette pflegerischen Handelns bleiben; denn gerade in Zuständen fortgeschrittener Demenz ist die Fortbewegung oft die einzige Möglichkeit, sich unbeeinträchtigt zu fühlen. Durch geeignete Maßnahmen im Vorfeld können freiheitsbeschränkende Handlungen in großem Umfang vermieden werden.

Zentrales Anliegen unserer Tagung war es, das Wissen über solche Maßnahmen zu vermehren, das Verständnis für die Bedeutung unserer Handlungen zu vertiefen und Mut zu machen, alles zu tun, was die Freiräume Demenzkranker vergrößert. 

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